Viel Lärm um Lundsberg
- 9. Sept. 2013
- 2 Min. Lesezeit

In den letzten Wochen hat die bekannte schwedische Internatschule Lundsberg viel Aufsehen erregt. Im August wurden zwei Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren Verbrennungen mit einem heißen Bügeleisen zugefügt. Neun Schüler wurden der Tat verdächtigt, zwei von ihnen, beide volljährig, wurden von der Polizei verhört. Das Internat wurde mit unmittelbarer Wirkung geschlossen. Aber nicht einmal zwei Woche später ist die Schule schon wieder geöffnet, nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts. Was mit der Schule in Zukunft geschehen wird, ist im Moment höchst unsicher. Seit der Gründung 1896 wurde die vornehme Internatschule Lundsberg, idyllisch in den dichten Wäldern Värmlands gelegen, von vielen prominenten Schweden besucht, darunter zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie. Immer wieder aber gab es Skandale um Abhängigkeitsverhältnisse und Erniedrigungsrituale unter den Schülern. Nach diesem letztem Skandal wird das „Sein oder Nichtsein“ der Schule in der schwedischen Öffentlichkeit heftig debattiert. Dabei geht es um tiefergehende Fragen wie die Existenz einer Klassengesellschaft und über Elitewelten. Das Thema Abhängigkeitsverhältnisse und Erniedrigungsrituale an Schulen wurde bereits im Spielfilm „Faustrecht“ (Originaltitel: Ondskan) aus dem Jahr 2003 behandelt. Der 16-jährige Erik Ponti (Andreas Wilson) wird von seiner Mutter (Marie Richardson) auf ein Elite-Internat geschickt, da er in seiner alten Schule mal wieder in eine Schlägerei verwickelt gewesen ist. Er weiß, dass das seine letzte Chance ist, um einen Schulabschluss zu machen. Aber auf dem Internat herrschen Demütigung und Unterdrückung. Es beginnt ein innerer moralischer Kampf, der nur Verlierer kennt... Das Drehbuch basiert auf einem teilweisen selbstbiographischer Roman des schwedischen Autoren Jan Guillou. In Schweden war „Faustrecht“ ein großer Erfolg, er war zudem 2004 für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film 2004 nominiert. Die Vorfälle auf Lundsberg scheinen wie aus diesem Film entnommen – ein Grund mehr für das große öffentliche Interesse an der weiteren Entwicklung in und um die Internatsschule.





























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